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Leitungswasser-Iontophorese

Wirkungsweise

Übermäßiges Schwitzen tritt vornehmlich an den Körperstellen mit der höchsten Dichte ekkriner Schweißdrüsen auf, d.h. unter den Achseln, an den Händen und Füßen sowie im Gesicht. Ursache für diese häufig genetisch veranlagte Erkrankung ist eine Fehlfunktion der Schweißdrüsen und des regulierenden vegetativen Nervensystems. Die Leitungswasser-Iontophorese erzeugt einen Ionenstrom im direkten Umfeld der betroffenen Schweißdrüsen sowie entlang des Reizleitungssystems. Nach mehrfacher Anwendung führt dieser Ionenstrom zu einer deutlichen Reduzierung des Schwitzens, ohne dabei die Schweißdrüsen zu schädigen.

Iontophorese wird üblicherweise dazu genutzt, lokal Medikamente in die Haut zu schleusen – daher auch die Begrifflichkeit Ionto (für Ion) und Phorese (für Transport). Die Leitungswasser-Iontophorese dagegen kommt gänzlich ohne zusätzliche Medikamente aus.

Anwendung

Die Leitungswasser-Iontophorese erfordert eine Gleichspannungsquelle sowie normales Leitungswasser. Es werden jeweils zwei Extremitäten mit der Spannungsquelle bzw. den Elektroden verbunden, so dass ein Strom- bzw. Ionenfluss über die betroffenen Haut- und Körperregionen stattfinden kann. Die im Wasser und im Körper gelösten positiv geladenen Ionen wandern dabei zur Kathode, die negativ geladenen Ionen entsprechend zur Anode.

Das Leitungswasser dient als elektrisch leitendes Medium zwischen den Elektroden und der Haut. Auf diese Weise wird ein direkter Hautkontakt mit den Elektroden vermieden und ein möglichst homogener Stromfluss durch die Haut erreicht.

Die Hand- und Fußbehandlung erfolgt in zwei mit Leitungswasser gefüllten Wannen. Eine Schaumeinlage oder ein Vlies verhindern den unmittelbaren Hautkontakt mit den im Wannenboden liegenden Elektroden. Für die Achselbehandlung werden alternativ zwei mit Leitungswasser getränkte Schwammtaschen verwendet, in die jeweils eine kleine Elektrode steckt.

Gleichstrom und Pulsstrom

Der Strom wird als konstanter Gleichstrom oder gepulster Gleichstrom (sog. Pulsstrom) appliziert. Beide Stromformen unterscheiden sich in der therapeutischen Wirksamkeit wie auch im Stromempfinden. Der Gleichstrom gilt als wirksamer und führt zu einem schnelleren Therapieerfolg. Bei ausgeprägter Schweißneigung ist der Gleichstrom ohne Alternative.

Pulsstrom wird weniger stark wahrgenommen, es lassen sich höhere Stromwerte tolerieren. Aufgrund des gepulsten Stromverlaufs ist die therapeutische Dosis aber nicht unmittelbar mit der des Gleichstroms zu vergleichen. Pulsstrom wird häufiger bei besonders empfindlichen Personen wie Kindern sowie in der sog. Erhaltungsphase (s.u.) eingesetzt.

Grundsätzlich haben beide Stromformen ihre Berechtigung. Viele Anwender nutzen beide Betriebsmodi je nach Extremität und Therapiephase. Zudem variiert das Stromempfinden von Patient zu Patient. Für die Therapie muss der Strom in jedem Fall nur soweit erhöht werden, dass ein leichtes Kribbeln wahrgenommen wird.

Therapiedauer und -erfolg

Die Anwendung erfolgt in einzelnen Therapiesitzungen von jeweils 10 bis max. 15 Minuten. In der sog. Initialphase wird das Schwitzen durch häufige und regelmäßige Anwendungen möglichst weit reduziert. Über einen Zeitraum von 4 bis 5 Wochen sind hierfür jeweils 4 bis 5 Sitzungen pro Woche erforderlich. Eine erste sichtbare Schweißreduktion zeigt sich bei konsequenter Anwendung häufig schon nach einer Woche.   

Die schweißreduzierende Wirkung der Leitungswasser-Iontophorese ist reversibler Natur. Deshalb sind zur Aufrechterhaltung des Therapieerfolgs auch im Nachgang der Initialphase dauerhaft 1 bis 2 Sitzungen pro Woche erforderlich. Im Übergang von der Initialphase zur Erhaltungsphase wird die Anwendungshäufigkeit schrittweise reduziert.

Die Leitungswasser-Iontophorese wurde in den letzten Jahrzehnten in vielen internationalen Studien und Fallserien untersucht. Die Therapie wird als sehr effizient und nebenwirkungsarm beschrieben, die Erfolgsquoten schwanken zwischen 80 und 100%.

(weitere Hinweise und Erläuterungen unter FAQs Iontophorese)

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